Informationen zu Gilwatsch, Maitingen und Hamroth im Kreis Sathmar (Satu-Mare), Rumänien
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  Gilwatsch, Ghilvaci, Gilvács
 
Beiträge zur Ortsgeschichte

Gilwatsch, eine Gemeinde an der Krasna
Die Nachbardörfer sind: Pischkar, Maitingen, Paulian, und Terebesch. Mit Maitingen ist es fast zusammengebaut, nur die Krasna fließt dazwischen. Von der Stadt Großkarol ist es 15,7 km entfernt. Der Ort war schon um das Jahr 1300 bewohnt. Urkundlich wird die Gemeinde 1393 als Gyluach und 1466 als Gelwach erwähnt.
Alexander von Karolyi als Oberbefehlshaber der aufständischen Kurutzen hatte mit dem Feldherren des Kaisers Graf Johann von Palffy am 30.April 1711 den Frieden geschlossen. Die Waffen streckten etwa 12.000 Kurutzen auf der Ebene bei Maitingen. Für die Verdienste beim Friedensschluss schenkte der Kaiser die beschlagnahmte Güter Rakoczys dem Baron Alexander von Karolyi und verlieh ihm gleichzeitig den Grafentitel.
Graf Alexander von Karolyi war nicht nur ein guter Feldherr und kluger Politiker, sondern auch ein umsichtiger und ausgezeichneter Landwirt. Die Verwaltung seiner Güter waren ihm eine Herzensangelegenheit. Doch hatte er von seinen weitausgedehnten Ländereien nur wenig Nutzen. Er erkannte sofort das Gebot der Stunde: die menschenleeren Dörfer mussten wieder bevölkert werden und die vernachlässigten Äcker wieder unter den Pflug genommen werden. Er schickte seine Werber nach Oberschwaben, die dort zwischen Donau und Bodensee eine rege Werbetätigkeit entfalteten. Hier herrschte eine Erbsitte, nach der der Hof ungeteilt einem Kind übergeben wurde. So blieb den anderen Geschwister oft nur eine Möglichkeit offen, als arme Häusler ein kärgliches Leben zu führen. Da kamen die Werber des Grafen von Karolyi und machten ein verlockendes Angebot. Jedermann, der katholischer Konfession war und einen Entlassungsschein der Grundherrschaft, sowie einen Tauf und Heiratsschein vom Pfarramt vorzeigen konnte, durfte auswandern. Dafür sollte jeder Siedler im neuen Land, umsonst genügend Ackerboden, Wiesen und Wald bekommen.
Durch den Ankauf von Etsched für 5100 Gulden am 24.12.1746 kam Gilwatsch in den Besitz von Graf Franz Karolyi. Altgilwatsch lag nördlicher über dem Eisenbahngleis. Die Einwohner waren rumänische Leibeigene. Der Graf entschloss sich auch diesen Ort mit Schwaben zu besiedeln. Als die Gemeinde bei einer großen Überschwemmung der Krasna ganz vernichtet wurde, gab der Graf seinen Beamten den Befehl, neben Maitingen, Hausplätze für eine neue Siedlung auszumessen. Hierher brachte man die Schwaben. Das neue Dorf wurde eine Tochtersiedlung von Maitingen. Die Zahl der schwäbischen Bewohner ist durch Einwanderung und Umsiedlung sehr rasch gestiegen.
Unermüdlich und vielversprechend ging die Arbeit in den 1760-1770 Jahren. Günstige Voraussetzungen bezahlten den Preis mit reichem Erntesegen für die geleistete mühevolle Arbeit. In den Stallungen mehrten sich die Zahl der Tiere. Neues Leben regte sich emsig in den Straßen der aufblühenden Gemeinde. Nach und nach begannen die Hütten, die bisher als Wohnstätte dienten, zu verschwinden. Schmucke und saubere Häuser, schnurgerade Straßen, schönes, dem Auge gefälliges Dorfbild nahm hier Gestallt an.

Auszug aus dem Buch „Gilwatsch Beiträge zur Ortsgeschichte“ von Stefan Koch
Laupheim 1981 Im Selbstverlag des Verfassers



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