Informationen zu Gilwatsch, Maitingen und Hamroth im Kreis Sathmar (Satu-Mare), Rumänien
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Trauerfeier für Maria Merk
Predigt
Lieber Herr Stefan Merk, lebe Angehörige von Frau Maria Merk, Liebe Trauergemeinde!

Du hast mein Leben zu Ende gewoben, du schneidest mich ab, wie ein fertig gewobenes Tuch. So heißt es in einem Gebet im Buch de Propheten Jesaja gesprochen im Angesicht des Todes. Der Tod stellt wirklich einen Schnitt dar, den wir nur schwer verkraften können, wenn der Mensch, der da von uns gegangen ist, uns etwas bedeutet hat. Ja, wir alle spüren in uns: Nein dieser Tod soll nicht sein! Und so sagt es der Philosoph Gabriel Marcel: „Einen Menschen lieben heißt, ihm zu sagen, du sollst nicht sterben.“
Und nun ist es doch geschehen. Am vergangenen Donnerstag ist Frau Maria Merk gestorben. Ist nun alles Vorbei. Bleibt nichts übrig? An Allerheiligen und Allerseelen, und nicht nur da, bringen viele Menschen ein Licht, eine Kerze auf das Grab ihres Angehörigen und auch jetzt sieht man auf den Friedhöfen viele Grableuchten. Und all die Lichter die da leuchten sagen: Wir haben euch nicht vergessen, und wir werden euch in der Erinnerung unseres Herzens bewahren. Und so soll auch jetzt Zeit sein für die Erinnerung an das Leben von Maria Merk. Die Erinnerung als eine Brücke zu dem Menschen, den der Tod von uns getrennt hat.
Maria Merk wurde 1926 in Hamroth bei Sathmar in Rumänien geboren. Mit einem Bruder und einer Schwester. Eine kleine Landwirtschaft diente der Familie als Lebensunterhalt. Eine unbeschwerte Jugend gab es nicht für Maria Merk. Zuerst kam der große Krieg, mit allen Entbehrungen, dann der real existierende Sozialismus. Nach dem Schulbesuch arbeitete Maria in der Landwirtschaft. Im Jahr 1950 heirateten Maria und Stefan Merk. Eigene Kinder blieben dem Paar versagt. Aber die Pflege einer guten Verbundenheit zur Verwandtschaft insgesamt und insbesondere zu den Nichten und Neffen, das prägte den Lebenslauf von Maria Merk ebenso wie auch ihr christlicher Glaube, den sie durch Kirchgang und regelmäßiges Rosenkranzgebet und viele andere Zeichen lebte. Zum Charakter von Maria Merk gehörte es, dass sie sehr sparsam war, sehr genügsam, große Ansprüche zu stellen, war ebenso wenig ihre Sache, wie sich in den Vordergrund zu drängen. Vor rund 26 Jahren entschlossen sich Maria und Stefan Merk, ihre Heimat, mit der sie eigentlich schon sehr verbunden waren, zu verlassen. In Deutschland, genauer in Göppingen im Bodenfeld fanden sie ein neues Zuhause. Und weil auch viele der Verwandten im Kreis Göppingen gelandet waren, konnten viele verwandtschaftliche und landsmannschaftliche Verbindungen gepflegt werden. Über den Schwiegersohn der Schwester vermittelt gab es dann eine Wohnung in der Hohenstaufenstraße. Treue Dienste insbesondere bei der Betreuung der Kinder aus der Verwandtschaft, das übernahm Maria und ihr Mann Stefan gerne. Alles ging seinen gewohnten Gang. 2010 konnten Maria und ihr Mann Stefan Diamantene Hochzeit feiern. Gewiss gab es altersbedingt gesundheitliche Beeinträchtigungen. Was vergangene Woche sich dann ereignete – nein damit hatte niemand gerechnet. Da ging alles ganz schnell. Stefan wollte noch einen Tee für Maria bereiten. Am vergangenen Mittwochvormittag ging der Lebensweg von Maria Merk auf dieser Erde zu Ende, wenige Tage vor dem 86. Geburtstag. Der Lebensweg eines Menschen ging zu Ende, zu dessen Charakter seine Hilfsbereitschaft und Fürsorge gehörte, so haben Sie liebe Angehörige es mir gesagt. Nur wenige Worte, im Vergleich, was in diesem Leben alles geschehen ist, wie viel es an Schwerem aber auch an Gutem gab. Wie viel sie, liebe Angehörige, Maria Merk verdanken, wie tief die Verbundenheit geht. Ich vermag es nicht in Worte zu fassen. In der Heimat von Maria Merk gibt es einen guten Brauch, wenn jemand von dieser Welt geht. Wir folgen dem heute auch:
Frau Maria Merk verabschiedet sich von ihrem Mann Stefan, von ihrer Schwester, von der Schwägerinnen und Schwäger von den Neffen und Nichten, von allen Verwandten, von allen Freunden, Nachbarn, Landsleuten, von allen die sonst in irgendeiner Form mit ihr verbunden waren. Abschied zu nehmen das schmerzt. Schon öfters haben mir Angehörige von Verstorbenen erzählt wie sie geahnt und gespürt haben, dass ihre Verstorbenen Angehörigen irgendwie noch da sind. Und öfters habe ich es schon erlebt, wie Angehörige auf das Bild ihrer Verstorbenen blicken und mit ihm reden. Soll das alles vergeblich sein, all dies tiefe Empfinden von Verbundenheit mit denen, die uns im Tod vorausgegangen sind nur ein Drug, nur ein Schein; weil wir mit dem Tod nicht fertig werden? Das will ich nicht glauben. In Frankreich sagt man zur Verabschiedung Adieu und daher auch das schwäbische „Ade“. Und das heißt, „Hin zu Gott“. Dieser Wunsch erinnert uns daran, dass wir nach allen Abschieden und Verabschiedungen in Gott ein bleibendes Zuhause haben. Dieses Vertrauen, diese Hoffnung habe ich jetzt für Maria Merk, das sie jetzt bei Gott ist. Dieses Leben mit Güte und Großherzigkeit, mit all dem Guten was sie anderen gab, es ist nicht vergessen und nicht verloren. Das ist unser Glaube, das der Gott Jesu Christi vom Tod zum neuen Leben führt, dass er unsere Toten nicht einfach im Nichts versinken lässt. Gott der Erfinder allen Lebens, er wird Maria Merk neues Leben geben, in seinem Reich.. Leben mit Freude, Leben mit Freiheit und Geborgenheit. Die Freude Gott selbst von Angesicht zu Angesicht zu schauen. Die Freude die verstorbenen Angehörigen wieder zu sehen. Wie es genau sein wird, das können wir nicht wissen, können wir uns gar nicht vorstellen, weil es mehr sein wird als wir uns jemals vorstellen können. Aber ich glaube nicht, das dieses neue Leben ganz weit weg ist von uns. Die neue Wirklichkeit, sie lässt es schon zu das wir glauben dürfen unsere Verstorbenen sind gewissermaßen nur ein Zimmer weiter gezogen, ja sie sind in unserer Nähe, weil Gott in unserer Nähe ist. All die Verbindungen, an denen Maria Merk ein Leben lang gestickt hat, sie sind nicht wirklich getrennt. Ja das will ich glauben. So hat es Charles Peguy formuliert für seine Hinterbliebenen: „Ich binn in das Zimmer nebenan gegangen. Das was ich für euch war, bin ich immer noch. Gibt mir den Namen, den ihr mir gegeben habt. Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt. Gebraucht nie eine andere Redeweise, seid nicht feierlich oder traurig. Lacht weiter über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben! Betet, lacht, denkt an mich! Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein, nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin? Ich bin nicht weit weg. Ich bin nur auf der andere Seite des Weges.“ Unser Gott er der Garant dafür, dass wir zu unseren Verstorbenen eine bleibende Verbundenheit haben. Und dann ist es schon sinnvoll, dass wir mit unseren Verstorbenen reden und das wir für sie beten. Unser Gott ist Gemeinschaft, Gemeinschaft von Vater Sohn und Geist und unser Gott schenkt Gemeinschaft, auch über den Tod hinaus.
Wir trauern nicht wie die Menschen, die keine Hoffnung haben. Wir glauben, das Maria Merk jetzt geborgen ist in der Gemeinschaft mit Gott und dass so auch eine Verbundenheit zwischen Maria merk und ihnen bleiben darf, Amen
Gemeindepfarrer

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