Informationen zu Gilwatsch, Maitingen und Hamroth im Kreis Sathmar (Satu-Mare), Rumänien
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  Hamroth, Homorodul de jos, Alsohomorod
 
Uaierbohle
(Uaierlauf)

Am Ostermontag ist vormittags ein Hochamt. Nach der Messe gehen die Burschen von Haus zu Haus, um Eier zu sammeln. Um die Bäuerin freigiebiger zu stimmen, streuen sie den Hühnern Maiskörner und locken sie durch lautes „Pi, pi, pi!“ herbei. In spaßhaften Redewendungen bitten sie die Bäuerin um Eier. So sammeln die Burschen, die auf die verschiedenen Gassen eingeteilt sind, im Dorf viele hundert Eier ein. Nach der Nachmittagsandacht versammeln sich die Leute aus dem ganzen Dorf in der Dorfmitte. Die Burschen in Hamroth bilden zwei Parteien für den nun startenden Eierlauf. Jede Partei wählt zwei Flinke aus. Während zwei der einen Gruppe bis in die „Ivatschkoer“ (Iwoatschker) Weingärten laufen, etwa 3 km, von dort als Beweisstück eine Kirschen oder Pfirsichblüte oder ähnliches mitbringen müssen, sollen die beiden anderen, die vielen, vorher in zwei Reihen hintereinander, auf je einen Schritt Entfernung, ausgelegten Eier auflesen. Sie müssen die ganze Reihe durchlaufen und dürfen nur immer das letzte Ei aufnehmen, jedoch keines dabei zertreten. Durch Zurufe werden sie von den Zuschauern angefeuert oder geneckt. Sie wiederum werfen ab und zu ein Ei in die Reihen der Zuschauern, denn wie könnte es anders sein, auf die Mädchen. Da gibt es dann ein Flüchten und Rennen, ein Schreien und Krieschen. Sieger ist, wer zuerst am Ziel ist. Als Siegespreis erhalten sie all die Eier. Die Siegergruppe verzehrt diese im Wirtshaus bei einem Festschmaus.
Am späteren Nachmittag gehen die Taufpaten noch zu weiteren Taufkindern, oder man macht Besuche , wie zu Weihnachten. Überall stehen die geweihten Speisen auf dem Tisch und man wird bewirtet.

aus: „Die Sathmarer Schwaben - Oberschwaben im Südwesten“
von Stefan Koch


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