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  Maitingen, Moftinu Mare, Nagymajtény
 
Maitingen wird mit Schwaben besiedelt
Beiträge zur Ortsgeschichte

Maitingen wird mit Schwaben besiedelt
Ermuntert durch die Erfolge, die der Graf Karolyi bei der raschen und reibungslosen Besiedlung von Fienen gemacht hatte, nahm er bereits 1722 die Gründung der dritten schwäbischen Gemeinde Maitingen vor. Diese Gemeinde, in der Geschichte durch die Waffenniederlegung der Kurutzenheeres unter der Führung des Grafen Alexander von Karolyi 1711 bekannt geworden, wird urkundlich 1332 als Mochtin, 1348 als Mothen, 1387 als Mathin und schließlich 1490 als Maythen erwähnt. Der Ort war ursprünglich königlicher Besitz und überging später als königliches Lehen an die Familien: Pethö, Bathory, Bethlen, Rakoczy, und Karolyi. Franz Rakoczy II. verpfändete Maitingen 1698 gegen 8000 Gulden an Alexander Karolyi. Später kaufte er es ab, doch der Kaufvertrag wurde erst am 24. Dezember 1746 unterzeichnet. Wie schon erwähnt litt Maitingen sehr unter der Geißel des Kurutzenkrieges. Der Ort stand 2 Wochen lang ohne Bewohner da. Die wenige madjarischen Einwohner die zurückkehrten, wurden von den Beamten des Grafen nach Berbi (ungarisch Börvely) umgesiedelt. Nun stand einer Besiedlung mit Schwaben kein Hindernis mehr im Wege.
- Im Jahre 1722 sind etwa 80 neue Familien angekommen, von diesen schickte der Graf 55 nach Maitingen.
- Ein Jahr später, 1723, kamen 38 Siedler aus der Uhrheimat hierher. Die Zusammenschreibung der Siedler klärt endgültig über die Herkunftsorte der schwäbischen Siedler auf. Danach stammen 86 Familien aus oberschwäbischen Gemeinden, zwei aus Bayerisch-Schwaben und einer aus Baden.
- Im Jahre 1726 schickte der Graf wieder Werber nach Oberschwaben. Dieses Mal waren es die schwäbischen Siedler Franz Pelagius Settele aus Fienen, Josef Fischer und Kaspar Felber aus Maitingen. Weil sie dort in der Uhrheimat mehr Vertrauen weckten, brachten sie 116 Familien mit 414 Personen. In Pressburg verteilte sie der Graf auf drei Gemeinden,
-in Maitingen ließen sich 64 Bauern mit 233 Personen nieder
-in Fienen ließen sich 30 Bauern mit 98 Personen nieder
-in Schinal ließen sich 10 Bauern mit 49 Personen nieder.
Der große Teil dieser Neusiedler blieb nicht lange in diesen Gemeinden, denn der Graf entschloss sich, sie nach Erded zu bringen. So begann er die vierte Gemeinde Erded mit Schwaben zu besiedeln. In den nachvolgenden Jahren kamen immer wieder Neusiedler aus der Uhrheimat nach Maitingen, insgesamt 275 Familien. Doch auch diese blieben nicht alle hier sesshaft, manche siedelten in andere Gemeinden um. Fast könnte man sagen, es war ein Kommen und Gehen.
Graf Alexander von Karolyi war unermüdlich in seinem Siedlungswerk. Er konnte noch bis zu seinem Tode die Gemeinden Bildeg (1730) Kappelau (1733) und Petrifeld mit Schwaben besiedeln. Sein Sohn und Nachfolger Graf Franz von Karolyi setzte sein Werk fort. Es gelang ihm Schwaben nach Turterebesch (1745), Wahlei (1749) und Sagas (1749) zu bringen. In diesen späten Jahren kamen wohl keine großen Schwabenzüge mehr aus der Uhrheimat. Doch kleinere Transporte folgten immer noch bis Ende des 18. Jahrhunderts. Die späteren Gründungen sind meistens Tochtersiedlungen von den bestehenden schwäbischen Gemeinden. Der Graf sorgte dafür, dass auch hier die alte schwäbische Anerbensitte beibehalten wurde. So erhielt ein Sohn den Hof und die Wirtschaft, die übrige Söhne zogen in andere Orte fort, wo es noch freie Höfe gab. So entstanden die meisten nachfolgenden Gründungen. Wenige Familien kamen aus der Uhrheimat dazu.

Auszug aus dem Buch „Gilwatsch Beiträge zur Ortsgeschichte“ von Stefan Koch
Laupheim 1981 Im Selbstverlag des Verfassers


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